Hallo Daheimgebliebene
Vielleicht schaffe ich es Euch mit ein paar echten Szenen aus dem Urlaub zu erheitern. Seien wir gespannt!
Sa. 30.Mai 2015:
Meine Frau heute morgen: "Was hesch du so für ä schiieni Wurschd?" Das hatte ich auch gedacht, und war stolz auf mich, ist sie doch meist etwas gebogen. Diesmal war sie kerzengerade und ungewöhnlich hart. Corina nahm sie gleich in ihre Hände und ich lächelte zufrieden. Ich war stolz auf mich, und darauf, dass ich bei der Chorizo im Supermarktregal gleich zugegriffen habe. Mit 2.49 Euro war es ein echtes Schnäppchen.
So. 31.Mai 2015
Urlaub die zweite:
"O'saft is", mit diesem ur-bajuwarischen Frühstücksgruss starten wir in einen "verheissungsvollen", sonnigen 27Grad-Tag. Doch zunächst staunte ich an der Kasse ob der hellseherischen Fähigkeiten eines Mitanstehers, der mich mit meinem Simsons-Shirt und meinen Birkenstock Sandalen als Deutscher entlarvte. Der Supermarkt bringt mich immer wieder zum Staunen. 4 Schokaladencroissants und zwei Baguette: 4.60€! Beim Peterbeck musst du für sowas vorab eine Genehmigung zur Lohnpfändung unterschreiben. Jetzt ab in den Pool. Hoffentlich ist er nicht von allzuvielen Schwoben kontaminiert. Schönen Sonntag noch.
Mo. 01. Juni 2015:
Urlaub die dritte:
Losse euch noch von geschdern verzehle: Schu de gonze Nochmiddag (ugfähr 4 Stund) butzd un poliert ä Nochber in Sichtwiddi von minnem Terassedisch sin Audo (hab gar nit gwissd, das mer des mittm ä Renault Laguna mache kon). Un des bi schiinschdem Wedder in de pralle Sunn!! Jetz rot ämol, was fir ä Audonummer der het?
OG!!!!! (ich schämm mich so!!)
Hitt middag kauf ich mir wissi Farb un ä Edding, dann wird hitt nacht ä RA drus g'macht, unn die Welt isch wieder in Ordnung.
Di. 02. Juni 2015:
Urlaub die vierte (und bisher längste):
Gestern morgen sind wir nach Carcasonne, eine komplette Mittelalterstadt gestartet. Karte und Navi waren geladen und ab ging‘s. Auf den ersten 20 km waren der Typ aus dem Navi und ich sowie mein Copilot noch einer Meinung, d'accord, wie der Franzmann sagen würde, jedoch idyllische und individuelle Abkürzungen waren das Gebot der Stunde. Nach weiteren 15km herrschten unter den 3 mitbestimmenden Richtungsweiser im Fahrzeug mindestens 4 unterschiedliche Meinungen hinsichtlich des korrekten Weges vor.....und da ich! das Lenkrad in der Hand hatte....Mein kleiner schwarzer Freund quittierte jede kleinste Lenkradbewegung mit einem freundlichen "bitte wenden". Auch dass sich Ankunftszeit und die zu fahrende KM immer mehr vergrößerten beirrten den Herrscher der sieben Meere nicht im Geringsten. Mitten im Nirgendwo auf der D1 nach Estargel (eine "weisse" Strasse, für diejenigen, die sich mit franz. Landkarten auskennen) tauchte ein jugendlicher Tramper in der baumlosen Vorgebirgswüste auf. Käptn Jack lenkte die blue Pearl an den Wegesrand, um den Schiffbrüchigen aufzunehmen. Er komme von Perpignan wolle, nach Axat. Er ist die ganze Nacht mit seinem Kollegen in der Stadt unterwegs gewesen und wolle nun nach Hause. Sein Geruch wie Gerdi liess seinen Ausführungen Glauben schenken, jedoch die Stelle an der wir ihn aufgegabelt haben ist wie wenn man als spanischer Autofahrer im Drom Wooserschd-Bische einen Anhalter von Offenburg kommend mit Ziel Ötigheim mitnehmen würde. Jedes einzelne in sich schon bizarr. Im Läbesdaag wär da niemand ausser wir Navi-Ignoranten vorbeigekommen. Es entwickelte sich eine interessante und informative Fahrt durch die Wiesen und Auen der Pyrenäen, wobei wir den jungen Burschen dann doch nicht bei seinem Vater in Axat sondern in der Stadt seiner Mutter absetzten. Die Fahrt dauerte somit statt 1 1/2 Stunden satte 3 Stunden. Machte aber nix, Carcasonne war noch da und schrie nach Erkundung, wir haben etwas mehr von den Pyrenäen gesehen und ich konnte noch etwas französisch parlieren. Das Navi war übrigens nicht nachtragend und geleitete uns dann auf dem kürzesten Weg nach Hause.
Mi. 03. Juni 2015:
Urlaub die fünfte:
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie französische Supermärkte sich verstecken können. Bei der Anreise hatten wir Glück uns wie so oft wieder mal zu verfahren und stiessen dadurch auf einen riesigen Supermarkt am Ortseingang von Argeles. Dass wir im Urlaub nicht verhungern werden war somit schon mal klar. Beim weiteren Verfahren auf dem Weg zum Campingplatz (vergleichbar wie lange Strasse in Gamshurst, jedoch ohne Nummer) unterzog ich unser vollbepacktes Auto dann gleich noch unfreiwillig einem Elchtest (ich wollte die Schlange nicht überfahren), den das treue Gefährt ohne Beanstandung bravourös meisterte.
Ach ja, unser Supermarkt war das Thema:
Zahlreiche Versuche diesen während den folgenden Tagen zu finden endeten meist in einer einstündigen Ortsbesichtigung mit dem am Schluss verzweifelten Einfall in ein anders Geschäft am Wegesrand. Doch ich wäre nicht der Herrscher der sieben Meere, wenn ich nicht mittels einer List dem Verstecken des Supermarkts mit modernen Waffen entgegentreten würde. Im Internet recherchierte ich nach der Adresse des Marktes und wurde in einer Strasse, die es eigentlich gar nicht gibt fündig. Macht nix, der Standort war ja angezeigt und so nahm ich, listig wie ich bin einfach eine Strasse und die Nummer neben dem Zielpunkt und speicherte diese im Kompass ein. Da wir noch einen Salatkopf brauchten und die am Lagermarkt feilgebotene Grünware den Ansprüchen unseres Bordkochs nicht genügten sah ich die Stunde meiner List gekommen. Alle Mann und Frau in die blue Pearl auf zielstrebige Erkundungsfahrt zum Supermarkt (wegen einem Salatkopf). Unser Kompass lotste uns zunächst zielstrebig in die vermutete Richtung. Nach diversen Unwegsamkeiten und Durchquerungen von trockenen Flussbetten und engen Gassen fanden wir uns an unseren Zielkoordinaten, inmitten eines Wohngebietes wieder. Hat sich der Saddan wieder versteckt!! Jetzt war guter Rat teuer. Wieder auf der nächsten grösseren Strasse kam Maat Maike auf die glorreiche Idee dem kleinen McDonald's Schild zu folgen, da sich neben unserem Zielort ein ebensolches Restaurant befand. So haben wir dann auch noch ohne elektronische Hilfe unser Ziel erreicht. Der Rest ist schnell erzählt. Ohne den verfahrenen Sprit mitzurechnen hat der Salatkopf dann 41,23€ gekostet, man kann doch in einem so grossen Supermarkt nicht nur Salat kaufen!
Anmerkung I:
Du, isch abber echt wie verhext. Erschd park ich am Mobilhome vum Nochber und wunder mich, worum die Liege so komisch stiihn, dann loss ich's Fenschder vum Audo d' gonz nacht voll uffstieh (abber abgschlosse war!) unn soviel verfahre wie in dem Urlaub hab ich moch im Läbesdaag noch niä.
...unn ihr wärre lache, ich hab hit au noch ebbs erlebt, des gitts abber erschd morge ( unn es macht ä Heidespass zu sähne, wie des Rechtschriebprogromm mit denne Mail Burtzelbaim schlächt)!
Do. 04. Juni 2015:
Der Herrscher der Sieben Nationalstrassen und auch noch der sieben Sprachen konnte ein weiteres Urlaubsereignis in sein Logbuch eintragen:
Hallo Jungs und Mädels! weiss jemand, was Bullots sind? Wusste es bis gestern abend auch noch nicht. Wir gingen in das Städtchen um mal wieder der Nahrungsaufnahme zu frönen (neben der Supermarktsuche unsere zweitbeliebte Beschäftigung) Bei der Vorspeisenauswahl in der 5-Sterne Tourifalle wurde auf ausgewogene Varianz geachtet und somit fiel die Wahl neben Melone mit Seranoschinken sowie warmem Ziegenkäse auf besagte "bullots", weil die weitere Menü-Vorspeise "Calamares" uns schon zu Mittag den Gaumen schmeichelte. Als erfahrener Franzose habe ich natürlich wie bei meinem Navi nur auf die innere Stimme des Herrschers der sieben Meere gehört und wurde erst misstrauisch als mir eine weitere, kleinere Gabel gereicht wurde. Am Tisch wurde diskutiert, was man denn mit dieser kleinen Gabel essen könne. Auf das, was dann kam war ich jedoch nicht vorbereitet:
Schnegge!! Im Hiiisel!!!! Als solche noch sehr gut zu erkennen und auch noch kalt! Ich nahm alle Tapferkeit zusammen und wurschdelte das erste Gummitier mit der kleinen Gabel schnalzend aus seiner Behausung. Ä alder Kaugummi war ä schissdrägg dagege! Ich kämpfte mich tapfer bis zur letzten Schnecke durch und die Dinger verursachen immer noch einen Druck im Hals. Da hilft auch eine Flasche Tempranillo nicht. Habe gelernt: Je kleiner die Gabel desto größer das Misstrauen!
Fr. 05. Juni 2015:
Gestern passierte nix besonders Erwähnenswertes. Muss auch mal sein. Ausser, dass während dem Kaffeekochen das Gas ausging, Corina kalt duschen musste, danach der Strom ausfiel, die Clobeleuchtung den Geist aufgegeben hatte und dann das Internet bis zur heutigen Abreise keinen Mucks mehr gemacht hat. Bin jetzt schon zu Hause und schicke die letzte Tagebuchseite halt erst heute abend:
verbrachten den größten Teil des Tages am Pool, fuhren die Kinder zum Schäsen in die Stadt und gammelten danach rum. Später holten wir die Mädels wieder ab und fuhren wohin? In den Supermercado natürlich jedoch immer mit dem Gefühl sich im Zickzack dorthin zu bewegen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass das der direkte Weg sein soll werde es aber zu Hause am grossen Bildschirm prüfen. Da wir nix besonderes brauchten schafften wir es diesen mit einer Rechnung unter 30€ zu verlassen und uns schnurgerade aufs McDonald's zu zu bewegen. Warum die Angestellten dort alle grobe Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen tragen mag an den vielen Kalorien liegen, die es da gibt....und wenn die mal runterfallen...Aua
Heimgekommen putze ich die Luken meiner Blue Pearl und füllte den achterlichen Frachtraum mit den gepackten Schiffskoffern, damit wir gleich nach dem Frühstück in See stechen können.... unn wenn se mich unterwegs nit iikäschdle, will mich min blääde Navi villicht dazu ermundert rückwärts uff de Ibberholspur uff de Audobohn zu fahre, dann sään mir uns wieder in Kürze und alder Bräune.
Anmerkung II:
Erschreckende Beobachtung bei der Herfahrt : Die Franzosen haben doch immer so tolle Sprüche auf den elektrischen Tafeln über der Autobahn, wie z.B. "die rechte Spur ist auch noch Autobahn" und anderes. Auf der Herfahrt lese ich: "RUDFH126 trop vite" Dachte mir: Cooler Spruch: "RUDFH126 zu schnell", was bedeutet der denn? Kurz darauf bestätigte dich mein Verdacht: Wir überholten ein Auto mit Kennz. RÜD-FH-126! Beim nächsten Schild lasen wir: "LBDW204 trop vite" und uns überholte sogleich ein AUDI mit selbigem Kennzeichen. Schorsch Orwell lässt grüssen! Wenn mich, wie letzte Woche passiert, dann noch zufällig eine Firma anruft, bei der ich tags zuvor nur ein paar Datenblätter eingesehen habe, jedoch keineswegs meine Kontaktdaten abgegeben habe, dann können wir uns auf spannende Zeiten einstellen.
Grüsse, JCM+S
d'grauhoorige
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